Theaterbesuche

Hinter den Kulissen des Lügengewerbes

Der Deutschkurs Q12 als Patenklasse für „Leonce und Lena“ im Theater Erlangen

„Das Theater ist das schönste und älteste Lügengewerbe der Welt. Ein wunderbarer Zauberkasten: Es zeigt wirklich, was in Wirklichkeit nicht ist. Hamlet stirbt und geht anschließend Spaghetti essen.“ (Gustav Seibt)
Viele Schüler werden dieses Jahr wieder von ihren Lehrern gezwungen, sich die Endprodukte dieses „Lügengewerbes“ zu Gemüte zu führen. Wenn man sich bei den Lernenden umhört, erhält man immer wieder dieselbe Reaktion: Gelangweilte Abneigung. Doch dabei vergessen die meisten, wie viel Arbeit und Leidenschaft hinter Theaterstücken stehen.
Die Schülerinnen und Schüler der Q12 aus dem Deutschkurs von Frau Köstler-Kilian erhielten dieses Jahr die Möglichkeit, diese Leidenschaft hinter den Kulissen zu spüren und in die Vorbereitungsphase des Stückes „Leonce und Lena“, welches im Theater Erlangen in der aktuellen Spielzeit aufgeführt wird, eingebunden zu werden.
Als Grundlage galt es natürlich sich zuerst mal mit dem Stück auseinanderzusetzen. Dies geschah unter sehr guter Betreuung durch die Theaterpädagogin des Erlanger Theaters, Esther Mühlmann. In mehreren Deutschstunden leitete sie die Einführung sowohl in die Komödie von Georg Büchner als auch in die Fassung der leitenden Regisseurin Constanze Kreusch. Auch sehr viel Hintergrundwissen über die Epoche und den darin stehenden Normen der Gesellschaft, wurde an den Mann/die Frau gebracht.
Der absolute Höhepunkt war der Besuch einer Probe im Theater. Die angehenden Theaterkritiker in Form von Schülerinnen und Schülern durften Fragen über das Stück an die Regie und die Schauspieler stellen. Aber auch andersherum wurden die Besucher befragt über das Verständnis der Inszenierung und des Textes. Das Stück war schon weitgehend ausgearbeitet, weshalb die Meinungen und Verbesserungsvorschläge der Schüler nur noch im Detail einbezogen werden konnten (z.B. Verbesserungen hinsichtlich der Deutlichkeit von Texten oder auch deren Verständlichkeit). Diese waren dann in der zwei Wochen späteren Prämiere aber auch zu sehen. Bei einem Probenbesuch in einem früheren Stadium hätte der Kurs vielleicht sogar noch mehr Vorschlägen etc. anbringen können.
Für alle Beteiligten war es ein großes Erlebnis. Es war für die Schauspieler ein neues Erlebnis, von Außenstehenden ein Feedback zu erhalten, für die Schüler ein großes Erlebnis, bei der Entstehung eines Stückes beiwohnen zu dürfen und auch den einen oder anderen Kommentar abzugeben. Es bleibt zu hoffen, dass diese Zusammenarbeit des Fridericianum und dem Theater Erlangen weiter Bestand hat.
Ein großer Dank geht an Frau Köstler-Kilian, welche diese ganze Aktion erst ermöglicht hat, an Esther Mühlmann für die großartigen Bemühungen und natürlich an das gesamte Theater Erlangen.
Eike Daum Q 12

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Foto 1: Sabine Köstler-Kilian

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Foto 2: Sabine Köstler-Kilian