Fachprofil

Selbstverständnis des Faches

Die Schüler erlangen durch den Unterricht im Fach Geschichte am Gymnasium Erkenntnisse über Strukturen, Entwicklungen, Ereignisse und Persönlichkeiten, welche die Vergangenheit geprägt haben und damit auch das Leben in der Gegenwart beeinflussen. Sie erhalten einen Einblick in das Denken und Handeln der Menschen in früheren Zeiten. Ihnen wird bewusst, wie historisches Wissen entsteht, und sie entdecken das Faszinierende an der Beschäftigung mit der Dimension „Zeit“.
Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit fördert die Bereitschaft, sich mit dem zeitlich und räumlich Fernen sowie dem Fremden und Ungewohnten auseinanderzusetzen und ihm mit Offenheit zu begegnen. Gleichzeitig erleichtert die Beschäftigung mit Zusammenhängen zwischen Vergangenheit und Gegenwart die Orientierung der Schüler in ihrer eigenen Lebenswelt. Um die Zukunft mitzugestalten, bedarf es der Erkenntnis, dass die Gegenwart historisch bedingt ist.
Ein vertieftes historisches Bewusstsein ist somit wesentlicher Bestandteil einer soliden politischen Bildung.
[aus: www.isb-gym8-lehrplan.de]

Das einleitende Kapitel aus dem Fachprofil des neuen Lehrplans enthält die wesentlichen Leitideen für den Geschichtsunterricht am GFE:

  • der Aufbau eines Verständnisses von Strukturen, Kontinuitäten, wesentlicher Entwicklungsverläufe in der Geschichte anstelle einer Vermittlung isolierter Ereignisse und Jahreszahlen.
  • Faszination/Motivation für Geschichte einerseits durch die permanente Verknüpfung der Vergangenheit mit der Zeitgeschichte, andererseits durch Methodenvielfalt und Brückenschlag zu anderen Fächern.
  • Verbindung der Fächer Geschichte und Sozialkunde mit dem Ziel einer fundierten politischen Bildung. In einer Welt von Oberflächlichkeiten, Schlagzeilen und Vorurteilen soll den Schülerinnen und Schülern ein fundiertes historisch-politisches Grundgerüsts vermittelt werden.

Beitrag des Faches zur gymnasialen Bildung und Persönlichkeitsentwicklung

Das am Gymnasium vermittelte differenzierte Geschichtsverständnis umgreift regional- bzw. landesgeschichtliche Entwicklungen ebenso wie die deutsche Geschichte und gesamteuropäische bzw. weltgeschichtliche Aspekte.
Bei der unterrichtlichen Arbeit erhalten die Schüler auch einen Einblick in historische Forschungsmethoden und fachspezifische Vorgehensweisen zur Erschließung der Vergangenheit. Schrittweise werden sie zur selbständigen problemorientierten Beschäftigung mit historischen Vorgängen befähigt und erlernen den reflektierten Umgang mit Geschichtsvorstellungen in Vergangenheit und Gegenwart. Sie begegnen den Formen öffentlicher Geschichts- und Erinnerungskultur und werden in die Lage versetzt, daran teilzuhaben. Historische Methodenkompetenz, insbesondere die Fähigkeit zum überlegten Sammeln, Gliedern und Auswerten von Datenmaterial sowie zum rationalen Argumentieren, ist über den Fachunterricht hinaus von grundsätzlicher Bedeutung für die Lebensbewältigung. Analytisches Denken sowie die Bereitschaft, die Multikausalität von Erscheinungen und Ereignissen zu berücksichtigen, werden im Fach Geschichte besonders gefördert.
[Quelle: ebenda]

Die vom Lehrplan geforderte Methodenkompetenz (welche explizit im Kapitel „Ziele und Inhalte“ dargestellt ist, siehe unten) wird an unserer Schule wie folgt umgesetzt:

  • Vorrang der Quellenarbeit. Darstellende Teile im Buch sollen primär dem Selbststudium dienen.
  • Das Erlangen vertiefter Kompetenzen in der Quellenbetrachtung und –analyse. (Texte, Bilder, Karikaturen, Realita)
  • Zusätzliche Angebote, wie „Pol&is“ (eine Simulation internationaler Politik, durchgeführt von der Bundeswehr), „Jugend debattiert“, Teilnahme an Wettbewerben, Fahrt in die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg oder zum „Lernort Staatsregierung“ nach München, sowie der Wahlkurs „Politik & Zeitgeschichte“ sind in den Fachunterricht eingebunden (also nicht bloßer Selbstzweck mit Außenwirkung) bzw. entspringen dem Interesse der teilnehmenden Schüler an Vertiefung und alternativer Methodik.

Ziele und Inhalte

In Jahrgangsstufen 6 mit 10 erhalten die Schüler einen an der Chronologie historischen Geschehens orientierten Überblick über die Epochen und Räume der Weltgeschichte, der seinen Schwerpunkt auf die Erarbeitung von Grundlinien deutscher und europäischer Geschichte legt, ab der Frühen Neuzeit aber auch zunehmend die weltpolitische Dimension aufgreift. Die Entwicklung eines chronologischen Bewusstseins schafft einen Ordnungsrahmen für die Vielfalt der historischen Phänomene. Die Anschaulichkeit ist in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 ein wichtiger Ausgangspunkt für die unterrichtliche Arbeit. Die Lebendigkeit und Farbigkeit der Inhalte sowie die Vielfalt der Formen ihrer Vermittlung im Unterricht sprechen die emotionalen und erlebnisorientierten Bedürfnisse der Jugendlichen an; dabei werden die historischen Fakten von Anfang an stets in größere Zusammenhänge eingebettet.
Der Geschichtsunterricht in den Jahrgangsstufen 11 und 12 konzentriert sich auf der Basis eines Jahrgangsstufen 11 und 12: Längsschnitte; Querschnitte; Vergleiche; Fallstudien soliden Grundwissens stärker auf Strukturierungskonzepte wie Längs- und Querschnitte, Vergleiche und problemorientierte Fallstudien, welche die in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten methodenorientiert und mehrperspektivisch in neuen Zusammenhängen zur Anwendung bringen und vertiefen. Das Fach Geschichte in den Jahrgangsstufen 11 und 12 erweitert die Allgemeinbildung der jungen Erwachsenen und gewährleistet eine sichere historische Orientierung. Die Wahl eines Seminars Geschichte eröffnet ihnen die Möglichkeit, sich wissenschaftsnah mit spezielleren, den Stoff des Lehrplans vertiefenden und ergänzenden Themen zu befassen.
In den Seminaren der Oberstufe, aber auch im Zuge der vertiefenden und wiederholenden Einheiten in den Jahrgangsstufen 6 mit 10 (exemplarische Vertiefungen in den Jahrgangsstufen 6 mit 9; gemeinsames Projekt mit Sozialkunde in Jahrgangsstufe 10) besteht Gelegenheit, mit Hilfe lokal- oder regionalgeschichtlicher Themen eine die Jugendlichen unmittelbar berührende Vorstellung von geschichtlichen Sachverhalten zu vermitteln. An geeigneter Stelle sollen dazu die vielfältigen Möglichkeiten der „Geschichte vor Ort“ genutzt werden: Bei Studientagen mit historischer Thematik, beim Besuch außerschulischer Lernorte (Museen, Archive, Gedenkstätten) sowie durch die Zusammenarbeit mit historischen Vereinen leistet das Fach Geschichte mit seinen spezifischen Inhalten und Methoden einen wesentlichen Beitrag zur Öffnung der Schule nach außen. Dies ist in sinnvoller und abgestufter Weise in jeder Jahrgangsstufe anzustreben. Insbesondere in der Oberstufe sollen zudem Kontakte zu Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen hergestellt werden. Die Nutzung der Bibliothek als Lernort dient in jeder Jahrgangsstufe einer immer selbständigeren Aneignung geschichtlicher Inhalte.
[Quelle: ebenda]

gez.
Fachbetreuer Geschichte/ Sozialkunde