Aktivitäten

         


Die Via Claudia Augusta in Rätien – Eine Römerstraße im nördlichen Grenzgebiet

Der Bau römischer Straßen und Wege gilt als die „größte zivilisatorische Errungenschaft der Römer“; man bezeichnet das Römerreich auch als ein „Imperium der Straßen“. Gerne werden römische Straßen auch die „Lebensadern des römischen Reiches“ genannt.
Die Römer begannen schon frühzeitig, feste Wege und Straßen, Brücken und Tunnel zu bauen. Bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. umfasste das römische Landverkehrsnetz eine Gesamtlänge von etwa 80.000 Straßenkilometern.
Die Straßen zeichneten sich durch ihren schnurgeraden Verlauf aus. Auf einem meist mit Lehm befestigten Untergrund wurde eine Schicht mit Mörtel, darauf eine Schicht mit verschiedenen Kieseln aufgetragen. Andere Straßen wurden bereits gepflastert und insbesondere auch seitlich abgesichert, damit die Fahrbahnen, die teilweise durch sumpfiges Gelände führten, nach größeren Niederschlägen nicht abrutschen konnten.
Die Römer kannten nicht nur die eine Straße, sie unterschieden ihre Straßen nach ihrer rechtlichen Bedeutung. Zur wichtigsten Kategorie gehörten die Staatsstraßen, die viae publicae. Diese Straßen lagen auf staatlichem Grund und wurden mit staatlichen Mitteln finanziert, sie dienten dem allgemeinen Fußgänger- und Fahrzeugverkehr.
Zu den öffentlichen Straßen zählten auch die Heerstraßen, die viae militares. Daneben gab es eine Vielzahl von städtischen Straßen, die viae urbicae, sowie weitere Neben- und Verbindungsstraßen, die viae vicinales, sowie Privatstraßen, die viae privatae.
Römische Gesetze regelten den Straßenbau, so z.B. das 450 v. Chr. erlassene Zwölftafelgesetz, welches u.a. die Breite der viae publicae festlegte.
Für die Verwaltung der Straßen bestellte Kaiser Augustus hohe Beamten, die curatores viarum.
Zwei historische römische Meilensteine auf dem Lorenzberg bei  Abodiacum (Epfach)Aus Stein gefertigte Meilensteine am Straßenrand, die milliaria, dienten als Orientierungshilfen. Der goldene Meilenstein (milliarium aureum), von Kaiser Augustus im Jahr 20 v. Chr. auf dem Forum Romanum im Zentrum Roms aufgestellt, war Ausgangspunkt vieler Straßen des Römerreiches.
Römische Straßen dienten nicht nur dem allgemeinen Reiseverkehr; es waren vielmehr wirtschaftliche, politische oder militärische Gründe, weshalb die Römer den Straßenbau förderten. Gut ausgebaute Verbindungsstraßen ermöglichten es, Handelsbeziehungen zu anderen Ländern aufzunehmen und zu unterhalten, und römische Soldaten konnten rasch in alle Provinzen des römischen Reiches vordringen.
Im Zuge ihrer Expansion erweiterten die Römer ihr Imperium. So waren es die beiden Stiefsöhne des Kaisers Augustus, Tiberius und Drusus, die 15 v. Chr. das heutige bayerische Voralpenland in einem Sommerfeldzug eroberten. Sie benutzten dabei bereits vorhandene Verbindungswege, welche dort von den Kelten, den Etruskern und den Rätern bereits in früheren Jahren in einfacher Weise angelegt waren.
Drusus‘ Sohn, Kaiser Claudius (41 n. Chr. bis 54 n. Chr.), machte es sich schließlich 54 n. Chr. zur Aufgabe, die wichtige Route über die Alpen nach Norden auszubauen, zu erneuern und zu befestigen.

Diese wichtige Römerstraße, die Via Claudia Augusta, führte die Römer also ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. über die Alpen bis in die Hauptstadt der Provinz Rätien nach Augusta Vindelicum, dem heutigen Augsburg, und weiter bis nahe an die Grenze des römischen Reiches an den obergermanisch-rätischen Limes.
Die Via Claudia Augusta diente den Römern über die Jahrhunderte hinweg auch als militärische Versorgungsstraße. Die Römer mussten ihre Soldaten in den nördlichen Gebieten Rätiens mit Waffen, Werkzeugen und anderem Material ausrüsten und die Nachlieferung von Lebensmitteln sichern. Als unter Kaiser Trajan (98 n. Chr. bis 117 n. Chr.) die Grenze im Norden sogar über die Donau hinaus verlegt wurde, mussten auch dort die Truppen versorgt werden.
Informationstafel zur historischen Via Claudia AugustaDie Via Claudia Augusta wird man daher rückblickend als eine wichtige und notwendige Verbindungsstraße der Römer zwischen Italien und Rätien bezeichnen können.
Von der antiken Via Claudia Augusta gibt es leider nur wenige Überreste, gleichwohl ist die Strecke heute sehr beliebt als Rad-Wanderweg und wird auch gerne als Route für eine Überquerung der Alpen mit dem Fahrrad gewählt.
Die Via Claudia Augusta und der obergermanisch-rätische Limes genießen als Bodendenkmäler besondere Aufmerksamkeit. Noch heute verbinden Straßen, die dem Verlauf der historischen Via Claudia Augusta folgen, die Menschen Europas. Der obergermanisch-rätische Limes wurde 2005 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. An vielen Orten früherer römischer Kastelle laden Römerspiele und Museen die Besucher ein, das römische Leben kennenzulernen.

Josefine Gründler, Q 12 – W-Seminar „Der römische Limes“


Studienfahrt RomStudienfahrt Rom

Am 10. September 2015 machten wir uns in einem elitären Kreis freiwilliger Teilnehmer des Latein-Oberstufenkurses zusammen mit Frau Bessler und Herrn Kuen auf den Weg nach Rom zu einer erlebnisreichen Studienfahrt. Mit reichlicher Verspätung und einem ausgiebigen Aufenthalt am Züricher Flughafen erreichten wir das Camping Village Roma. Im Rahmen eines ausführlichen Sightseeingprogramms erkundeten wir die zahlreichen Überbleibsel der Antike sowie einige der unzähligen Kirchen. Viele der antiken Gebäude und der in Museen ausgestellten Statuen erkennt der fleißige Lateinschüler sofort und Schülerreferate geben wichtige Hintergrundinformationen. Nach der Besichtigung der Hafenstadt Ostia erwartete uns ein erholsamer Strandnachmittag, bei dem sowohl zahlreiche Verkäufer am Strand als auch benachbarte Strandbesucher den Unterhaltungswert steigerten. Studienfahrt RomIm Anschluss an das kulturelle Programm genossen wir gemeinsam den restlichen Abend vor unseren Bungalows. Die kleine Gruppe ermöglichte uns eine flexible Tagesgestaltung und flotte Fortbewegung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Rom. Bei der Besichtigung musste man teilweise kleine Einbußen in Kauf nehmen, beispielweise fehlendes Wasser im Trevi- Brunnen und eingerüstete Denkmäler. Auch eine Regenjacke in Rom schadete nie. Trotz dieser Komplikationen wird die Reise in guter Erinnerung bleiben und auch der Pizzabedarf war für die nächsten Wochen gedeckt.

Autorinnen: Silvia Heckel, Ann-Kristin Iro
Photos: Melisande Hümmer, M. Kuen

Studienfahrt Rom

Studienfahrt Rom Studienfahrt Rom
Studienfahrt Rom Studienfahrt Rom
Studienfahrt Rom

Aktion des P-Seminars Museumspädagogik (Latein):

Fahrt nach Weißenburg mit Grundschülern

Schülerinnen der LoschgeschuleAnlässlich des P-Seminars „Museumspädagogik“ haben wir einen Ausflug nach Weißenburg mit Viertklässlern der Poeschke- und Loschge-Schule geplant. Nach intensiver Vorbereitung mit Herrn Kuen im Seminar ging es dann am 23. September 2014 mit der 4a der Poeschke- Schule nach Weißenburg an die Grenze des römischen Reiches. Die Grundschüler wurden in 3er- bis 4er- Gruppen aufgeteilt und von Imke, Romeo, Leander, Lukas, Alexandra, Pablo, Benedikt, Alide und Lisa durch den Tag geführt. Die Fahrt für die Loschge-Schule war am 25. September 2014 mit Zoe, Luca, Alicia, Paul, Richard und Marton. Nach einer eineinhalbstündigen Zugfahrt ging die eine Hälfte in die Thermen, während die anderen das Römermuseum erforschten. Im RömermuseumDort durften die Kinder die Ruinen der Thermen und die Funde im Museum aktiv entdecken, die von uns erstellten Arbeitsblätter bearbeiten, ein Legomodell bauen, einen römischen Helm ausprobieren usw., wobei wir ihnen mit Rat und Tat zur Seite standen. Auch in der Mittagspause gab es keine Langeweile: Ob Fangen spielen, essen oder klettern am rekonstruierten Kastelltor - es war für alle etwas geboten.

Informationen über die RömerNachdem sich die Kinder ausgetobt und gestärkt hatten, ging der der ganze Spaß umgekehrt weiter, so dass jedes Kind alles über das Leben der Römer in Weißenburg erfahren konnte.

Nach einem abwechslungsreichen Tag fuhren wir mit dem Zug wieder nach Erlangen zurück. Dabei hatten wir die Möglichkeit, ein Feedback von unseren Grüpplingen zu erhalten. Die Kinder waren von unserer Aktion vollauf begeistert. Dies entschädigte für die (auch manchmal harte) Arbeit, die wir vorher in diese Aktion investiert hatten.

Das Seminar war für uns alle eine super Erfahrung, da wir viel über Organisation, Arbeitsmanagement, Archäologie, Umgang mit Kindern und die Zusammenarbeit in Gruppen gelernt haben.

Text: Alide De Wall und Lisa Dornauer, Q12; Fotos: M. Kuen


Die Limeswanderung des W-Seminars Latein

Limes

Die Limeswanderung